Christine Hoba

aus Halle, Autorin, Landesstipendiat – Aufenthalt: 01.10.2020 – 31.12.2020

Kurzvita
  • Christine Hoba, 1961 in Magdeburg geboren, lebt seit 1979 in Halle
  • Studium der Chemie
  • Ausbildung zur Buchhändlerin und Bibliotheksassistentin
  • Arbeit in einer wissenschaftlichen Bibliothek
  • 2001 Aufnahme in den Förderkreis der Schriftsteller in Sachsen-Anhalt
  • 2002 3. Preisträgerin des MDR-Literaturpreises
  • 2003 Anerkennungsurkunde der Frau-Ava-Gesellschaft für Literatur
  • 2006 Arbeitsstipendium der Landeskunststiftung Sachsen-Anhalt
  • 2010 Aufenthaltsstipendium in der Kunstschmiede Höfgen und Stadtschreiberin der Stadt Halle
  • 2013 Aufenthaltsstipendium Künstlerhaus Lukas Ahrenshoop
  • 2015 Arbeitsstipendium der Landeskunststiftung Sachsen-Anhalt
  • 2020 Aufenthaltsstipendium im Künstler- und Stipendiatenhaus Salzwedel
  • Seit 2017 ist sie Mitglied des PEN Deutschland.

 

Bisherige Veröffentlichungen:

Das Rad. Hörspiel. Rundfunk der DDR, Erstsendung, 1989
Die Salzstadt, Kinderbuch, Mitteldeutscher Verlag, Halle, 1999
Spiegelkabinett, Kurze Prosa, Verlag Janos Stekovic, Halle, 2001
Die metallenen Reste von Engeln, Gedichte, originalgraphisches Buch mit Holzschnitten von Andreas Kramer, Berlin/Venedig, 2001
Beteiligung an der Anthologie „Antigones Bruder“, Faber & Faber, Leipzig, 2003
Im Lufthaus, Gedichte, Mitteldeutscher Verlag, Halle, 2005
Die Abwesenheit, Roman, Mitteldeutscher Verlag, Halle, 2006
Rabea und die Windreisenden, Hörspiel für Kinder, Uraufführung 2010 anlässlich der 2. Eisbrechertage in Halle
Die Waldgängerinnen, Roman, Mitteldeutscher Verlag, Halle, 2010
Vom fremden Kind, Hallesches Autorenheft, Halle 2011
Die Nelkenfalle, Roman, Mitteldeutscher Verlag, Halle, 2012
Dummer August und Kolumbine, Gedichte, gemeinsam mit Christian Kreis, Fixpoetry.Verlag, Hamburg, 2012
Der Ton der Glocken über dem Meer, Erzählungen, Mitteldeutscher Verlag, Halle, 2014
Beteiligung am Sonderheft Widmungen „Wolfgang Hilbig 75“  Märkischer Verlag, 2016
diverse Zeitschriftenveröffentlichungen
Lunapark, Erzählung, originalgraphisches Buch mit Kohlezeichnungen von Susanne Theumer, Halle 2017
Schräger Regen, Roman, Mitteldeutscher Verlag 2020

Arbeitsproben

Christine Hoba                                                                                                                                                                Der Garten                                                                                                              

Hinter den Stallungen begann der Garten. Von dorther kam das Kind. Es rannte auf bloßen Füßen an den Schweinekoben vorbei, in denen grunzend die Sauen lagen und ihre Ferkel säugten. Zwei winzige blauviolette Ferkel lagen auf dem Zementboden vor den Koben. Da hockte sich das Kind nieder und betrachtete sie. Wie niedlich sie waren, wie rein. Sie hielten die Augen fest geschlossen. Doch man durfte sie nicht anfassen. Sie waren tot.

Das Kind sprang auf und rannte weiter. Die kurzen Zöpfchen flatterten. An der Scheune befanden sich die Kaninchenbuchten. Der alte Bauer öffnete ein Türchen und schob Grünzeug hinein. Neben ihm spielte sein Enkel.

Der Enkel war so groß wie das Kind. Sein weißer Kopf pendelte auf dem schwachen Stängel seines Halses. Er lächelte, und ein Speichelfaden rann ihm aus dem geöffneten Mund. Seine Hände grabschten Erde, um sie sich in den Mund zu stecken.

„Ho!“, rief der alte Bauer, und der Junge ließ die Erde fallen, wendete das Gesicht aufwärts und lachte. Sein Großvater streichelte sacht über die Fläche der Wangen.

„Wohin?“, fragte der alte Bauer das Kind. Erschrocken blickte es ihn an. „Zur Oma“, murmelte es und rannte so blindlings weiter, dass es mit dem großen Zeh heftig gegen einen Stein stieß. Rot quoll es unter dem Nagel hervor. Staub und Blut mischten sich zu einem seimigen Brei, der um das Nagelbett trocknete.

Alles strömte einen so starken Geruch aus, die Tiere, das von der Sonne aufgewärmte Holz der Scheune, die Strohballen darin, die sonnendurchfluteten Bodenkammern, die die Großmutter bewohnte, das feuchte, finstere Treppenhaus, in dem es nach Moos roch. Jeder Raum hatte seinen eigenen Geruch: die Küche, in der in großen Kesseln das Schweinefutter kochte, die  gute Stube, in der noch immer die Kohlengase des letzten Winters aus dem harten, mit Seegras gestopften Sofa stiegen und das Zimmer der alten Bäuerin, in dem es süßlich und dumpf nach krankem Mensch roch, nach Medizin und dem sumpfigen Wasser der Glasvase, in der rote und gelbe Rosen vor sich hin welkten.

In einem gewaltigen Bett mit Baldachin, zusammengepresst von den Massen der Federbetten, lag die Kranke wie eine kaputte Puppe.

„Das ist eine gute Frau“, sagte die Großmutter und ihre Knöchel schubsten gegen die Schulterblätter der Enkeltöchter. „Die Frau Dengler hat uns aufgenommen, wie wir aus Schlesien gekommen sind.“ Ein Sonnenstreif fiel auf das Bett, in dem der Kopf der alten Frau, wie ein welkes Rosenblatt schimmerte. Staubkörnchen kreiselten in dem Lichtbalken, der so fest umrissen war, als könne man ihn berühren.

„Sagt, Guten Tag“, ermunterte die Großmutter die Enkelkinder, und ihr Zeigefinger trommelte sie in Richtung des Bettes. Gehorsam traten die Mädchen vor. Das Kind blieb hinter dem Rücken der Schwester. Dennoch sah es das Lächeln des zahnlosen Mundes – ein freundliches Lächeln, das ein Loch zu einer Tiefe öffnete, die weiter hinab führte, als die riesigen Federbetten es verbergen konnten.

Alles war seltsam auf dem Dorf, das staubig und weit, mit zerfransten Rändern in die flache Landschaft wucherte. Die harzig duftenden Kiefernwälder hingen voll Spinnenweben, in denen Kiefernnadeln und schwarze, eingewickelte Bröcklein Fliege hingen. An Regentagen liefen die Straßen des Dorfes auseinander wie aus den Ufern getretene Flüsse. In den hochgegrateten Furchen, die die Räder der Traktoren in den Schlamm der Straßen gepreßt hatten, zappelten Mückenlarven, bis die Sonne den trüben Sud weg trocknete. Dicke Frauen in Gummistiefeln und Kittelschürzen standen ganz achtlos in den Lachen mit zuckenden Larven, hatten die roten Hände um die Lenkstangen ihrer Fahrräder gelegt und riefen dem Kind zu: „He, Kleine, wie alt bist du? Wie heißt du?“

Dann lief das Kind rascher. Das Lachen der Frauen wehte wie ein Staubstreifen hinter ihm her.

Einmal war das Kind über den Hof gerannt, als dort der junge Bauer ein Pferd ausschirrte.

Großmutter sagte immer „der junge Bauer“, obwohl er gar nicht mehr jung war. Seine Haare klebten ihm dünn auf dem Schädel und um Mund und Augen nisteten Fältchen in der von der Sonne geröteten, wie durch Sandpapier aufgerauten Haut.

Das Kind sah den jungen Bauern selten, denn er arbeitete in der Genossenschaft, wie Großmutter erklärt hatte.

Der Bauer hatte das Mädchen mit schmalen Augen angelächelt.

„Hoh, Lotte, wollen wir dich einmal ausspannen. Hoh, ist ja guut, altes Mädchen.“

Nach einer Weile hatte sich der Bauer zu ihm umgewandt: „Möchtest du mal reiten?“

Das Kind hatte genickt.

Da hatte es der Bauer hochgehoben, höher und höher und es weit von oben auf den gewaltigen, braunen Rücken des Pferdes gesetzt.

Die Beine auseinandergespreizt, eine Hand vorsichtig in der faserigen Mähne, hatte es dort oben gesessen, während der Bauer die Zügel ergriffen und das Pferd am Kopf getätschelt hatte.

„Joh, jetzt wollen wir einmal ganz sacht gehen mit der kleinen Prinzessin dort oben.“

Die Ohren des Pferdes hatten gezwirbelt und schaukelnd hatte es sich in Bewegung gesetzt. Tief unter dem Kind waren die Hufe über die Buckel des Hofpflasters geklappert.

Das Kind hatte vollkommen reglos über dem Schaukeln des Pferdes gesessen, im Schweigen des Bauern. In diesem Schweigen geborgen, die Augen in die Ferne gerichtet, als wäre das Pferd ein Schiff auf den Wellen des Meeres, war das Kind seine Runde geritten.

Dann hatte der Bauer das Kind mit seinen großen Händen heruntergehoben. Das Kind hatte nicht gewagt, um eine Wiederholung zu bitten. Es hatte noch zugesehen, wie der Bauer das Pferd in den Stall geführt hatte, dann war es in den Garten gelaufen.

Man wurde hier schnell einmal getragen und gehoben. Selbst die Großmutter hatte am Sonntag, wenn sie zum Gottesdienst radelte, immer abwechselnd eines der Mädchen auf dem Gepäckträger sitzen. Dann ließ sich die eine, während die andere hinterherrannte, von der Großmutter über die schmalen Wege zum nächsten Dorf fahren. In einem kleinen Saal saßen die wenigen Katholiken der umliegenden Dörfer und sangen. Großmutter sang am lautesten, und die Perlen des Rosenkranzes rollten durch ihre lehmbraunen Finger, während sie betete: „Gejrießet saist du Marija“. Alle, die in dem Saal saßen, waren einmal schlesische Flüchtlinge gewesen. Sie besaßen keine Kirche in den Dörfern. Der Saal roch nach Bohnerwachs, Holzstühle waren in Reihen aufgestellt, und während sich die Großmutter, die Stühle verrückend, auf das Linoleum kniete, baumelte das Kind auf dem Stuhl mit den Beinen und betrachtete die Heiligenbildchen im Gesangbuch der Großmutter.

Die Gardinen bauschten sich weit durch den Windzug, der durch die geöffnete Tür saugte. Die Dachkammern waren heiß. Über dem Bett der Großmutter hing das Foto vom Großvater in einem schwarzen Rahmen. Der Großvater war viel jünger als die Großmutter. Er lächelte ein wenig in seinem schwarzen Rahmen. Aber der Großvater war tot. Er blieb nun so, wie er auf diesem Foto war. Im Himmel, hatte die Großmutter gesagt, würde sie ihn wieder treffen. Aber bis es soweit war, wurde sie immer älter. Ihre Haut sah aus wie getrockneter Lehm. Abends löste sie ihren Dutt und ein dünner grauer Zopf fiel ihr auf den Rücken. Auf der Waschkommode stand das Wasserglas mit dem Gebiss. Immer überkam das Kind eine leichte Übelkeit, wenn es so hellrot und weiß aus dem Glas schimmerte.

Neben dem Großvater hing ein sehr freundlicher Jesus mit Locken. Zu seinen Füßen weideten zwei wollige Lämmer. Er hatte sein gelbes Gewand geöffnet und zeigte auf ein rotes Herz in einem Strahlenkranz

Die Großmutter schreckte hoch, als das Kind zu den Badeanzügen griff.

„Was willst du denn damit?“

In ihrem sacht versunkenen Schlaf schien sie alles zu hören und jede Bewegung wahr zu nehmen. Manchmal glaubte das Kind, die Großmutter könnte hinter ihren geschlossenen Augen, sogar ihre Blicke auffangen, dann versuchte es, jedes Ding nachlässig anzusehen, um sich nicht zu verraten.

„Der Lehrer ist am Bach“, sagte das Kind.

Die Großmutter richtete sich schwerfällig auf. Rasselnd fiel ihr Atem in den Brustkorb. Es klang wie eine abgenutzte Mechanik aus Fleisch und gelbem, verknitterten Leder.

Ohne Zähne wirkte ihr Gesicht so alt, wie das der kranken Bäuerin. Das Kind sehnte sich nach seiner Mutter, nach der Kraft und Schönheit ihres festen Körpers, den raschen Bewegungen.

Das Kind sehnte sich danach, der Mutter beim Brotschneiden zuschauen zu dürfen, zu sehen wie sie den duftenden Leib an die Brust legte und ihn mit gleichmäßigen Bewegungen unter dem Druck des Messers drehte. Eine Scheibe nach der anderen fiel auf den hölzernen Teller mit der geschnitzten Schrift. Das Kind sehnte sich nach dem jähen Gelächter der Mutter, in das die Kinder glucksend einstimmen würden; es spürte ihren entsetzlichen Zorn, der gegen die Wände des Kinderzimmers flutete, das Zuschlagen der Tür und die Abwesenheit des Wohlwollens der Mutter, als die Abwesenheit ihres Körpers, der die Räume bewohnte wie der Atem Gottes.

Und dieser Zorn würde nicht nachlassen, auch wenn die Kinder längst beklommen das Zimmer aufgeräumt hätten und still, ein jedes für sich, in den Ecken spielen würden, und das Kind auf dem Gitter des Trittbrettes der alten Nähmaschine hocken würde, den ledernen Riemen durch die Finger gleiten lassend und das schwarze gusseiserne Netzwerk des Rades drehend, als wäre es das Steuerruder der Arche Noah, die auf den schwarzen Fluten des Zornes der Mutter trieben, bis diese am Abend, nach einem endlosen, traurigen Nachmittag den Regenbogen in den obersten Winkel des Kinderzimmers setzten würde.

Die Großmutter wurde nie zornig, aber sie lachte auch nicht so heftig wie die Mutter. Alles ging gemächlich bei der Großmutter. Die Dinge mussten getan werden, das Wasser wurde mit einem Eimer aus dem Hof geholt, die Kartoffeln geschält, und zweimal in der Woche wurden die Toten der Großmutter besucht, die, wie sie jedesmal sagte, in der Fremde begraben waren. Die Toten lagen dicht beieinander in der Fremde. Auch der Großvater lag dort, obwohl er doch eigentlich als junger Mann im Himmel auf die Großmutter wartete. In der Erde läge nur der Leib, hatte die Großmutter gesagt. Sie sammelte bei ihrem Besuch die welken Blätter vom Efeu, stellte ein paar zerzauste Astern dazu und redete mit dem Leib ihres Mannes unter der Erde.

Auf Schritt und Tritt begegneten dem Kind im Dorf die toten Leiber. An den an der Stubendecke baumelnden Papierstreifen klebten vertrocknete Fliegen. Jeden Morgen sah die Großmutter nach ihrer Mausefalle in der Speisekammer. Manchmal war da, im Genick gebrochen, ein Tierchen gefangen. Braunes Blut klebte am Holz der Falle. Die Großmutter erlaubte nicht, dass das Kind das weiche Fell der toten Maus streichelte. Was einmal tot wäre, würde zu faulen beginnen und Leichengift aussenden.  

Es waren die kleinen Dinge der Großmutter, mit der das Kind spielen durfte. Das Püppchen in seinem gehäkelten mit Watte ausgestopften Reifrock aus rosa Wolle. Man musste sehr vorsichtig mit dem Püppchen spielen, sonst fielen einem die Ärmchen aus dem gehäkelten Kleid.  An einem kleinen gusseisernen Kruzifix, wand sich ein winziger Jesus an großen Nägeln und auf der Kommode stand eine fingergroße, bunt bemalte Marienstatue, die vor ihrem Baby kniete. Das Kind baute aus einer Schachtel der Maria und ihrem Kind einen Stall. Es besaß mehr Spielsachen, als die Großmutter kleine Dinge besaß. Sie hatte beinahe alles auf der Flucht verloren. Nur ein paar alte Fotos und die Heiligenfiguren waren ihr geblieben.

Ein blau schillernder Brummer hatte sich zwischen Gardine und Fenster verfangen. Unermüdlich surrte er gegen die Scheibe.

„Herr Körner ist am Bach, der passt schon auf“, murmelte die Großmutter und rollte die Badeanzüge der Mädchen in ein Handtuch.

„Ihr dürft nicht alleine ins Wasser, das hab ich eurer Mutter versprochen“, sagte die Großmutter. Dann sank sie erneut in den Sessel.

Im Treppenhaus rannte das Kind gegen einen Eimer, so dass ein großer Schwapp schaumiges Wasser über die Dielen spreitete.

„Hoppla“, sagte die Tochter des jungen Bauern, die mit einem Lappen in der Hand, die Stufen wischte.

„Entschuldigung“, flüsterte das Kind erschrocken.

Scheu blickte es auf das große, schöne Mädchen, das seinen Zopf zurück auf den Rücken warf und lächelte. Großmutter hatte erzählt, dass sie in einem Internat in der Stadt wohnen würde, und nur in den Ferien noch nach Hause kam.

 Mit hellen, schmalen Augen sah die Tochter auf das Kind.

„Es ist nicht schlimm“, sagte sie, „aber du hast dein Schienbein aufgeschrammt.“

Das Kind schüttelte stumm den Kopf. Wie schön die Tochter des Bauern war, eine schöne Fremde mit einem langen Zopf und einem Körper, der schon erwachsen war mit seinen Rundungen und der Wölbung der Brüste. Es kam dem Kind nicht in den Sinn, daß das Mädchen etwas mit der schweigsamen Bäuerin, mit dem Enkel des alten Bauern, mit der winzig geschrumpften Kranken zu tun hatte.

„Es tut nicht weh“. Das Kind schüttelte den Kopf.

Da lachte das Mädchen und versuchte dem Kind über den Kopf zu streicheln. Das Kind zuckte zurück und rannte zur Tür hinaus. Das Lachen der Tochter war noch in seinem Rücken, ein vertrautes, beiläufiges Gelächter, in dem die Stadt war, das Klingeln der Straßenbahnen, die Stimmen der Passanten, wenn sie auflachend vorbeigingen.

Die toten Ferkel waren schon fort. Das Kind hätte sie gern noch einmal angeschaut. Sie waren so schön gewesen. Dort, wo sie gelegen hatten, krochen über dem dunklen Zement ein paar Fliegen. Es war warm und roch scharf im Schweinestall. Vielleicht hatte die Bäuerin mit ihrem ernsten Gesicht weißes Pulver in die Winkel gestreut. Obwohl die Bäuerin nie lächelte schenkte sie dem Kind hin und wieder ein paar Kirschen, oder sie öffnete vor dem Kind ihre raue Hand in der ein flaumiges Küken piepste.

Das Kind warf einen Blick über die Planken der Koben. Aber es sah nur die Rücken der Sauen. Die Ferkel quiekten unsichtbar für das Kind unter ihren gewaltigen Müttern.

Bedauernd verließ das Kind den Stall. Staub flockte auf, als es über den Weg lief, der zwischen großen Beeten mit Buschbohnen, Kartoffeln, vertrockneten Erdbeerpflanzen und einem riesigen Feld rosa, weißer und violetter Sommerastern hindurchführte.

Auf dem struppigem Rasen wuchsen alte Obstbäume, in deren glanzlosem Blattwerk Birnen und Äpfel blinkten, grüngelbe oder streifigrote Früchte, die an den knorpeligen Ästen hingen, die sich wie Hände von uralten Riesen aus der Erde streckten.

Am Ende des Gartens warf sich das Kind ins Gras und kroch unter dem Elektrozaun durch. Hinter dem Zaun begannen die Wiesen. Sie waren mit dampfendem Kuhdung bekleckert und übersät von Gänsefedern.

Weitab grasten die Kühe. Das Kind ging langsam. Wenn man langsam ging, erschraken die Kühe nicht und taten einem nichts zuleide. Schon von weitem sah das Kind die Schwester und die vier Kinder des Lehrers, die ihre Arme wie sehr dünne Flügel bewegten. Zwei von den Kindern des Lehrers waren taubstumm, doch alle verständigten sich untereinander mit weit ausholenden Gesten.

Die Schwester war schon ausgezogen und sprang, nur mit ihrem Schlüpfer bekleidet, mit dem ältesten Mädchen des Lehrers im flachen Wasser umher. Sie kreischten und bewarfen sich mit Schlamm.

„Da kommst du ja endlich“, rief die Schwester ungeduldig. „Jetzt ist es zu spät.“ Und sie wies auf ihren nassen, von bräunlichem Schlamm beklebten Schlüpfer.

Scheu zog das Kind sich aus.

„Es ging nicht schneller“, erklärte das Kind, während die Schwester das Bündel durchwühlte.

„Och, nichts zu essen“, sagte die Schwester enttäuscht.

„Kommt“, rief der Lehrer und wickelte süß duftenden Bienenstich aus einem braunen Paket. Seine vier Kinder griffen nach den Kuchenstücken.

„Nur zu, ihr beiden“, ermunterte der Lehrer die Schwestern.

Die Kinder des Lehrers standen kauend um ihren Vater und machten sich Zeichen mit den Händen. Sie lachten. Das Kind hatte sich ein Stück Bienenstich genommen und starrte auf die Kinder. Alle bewegten die Lippen, zeigten sich mit Fingern und Händen geheime Gebärden und lachten.

Die Kinder des Lehrers waren für sich. Aus dem Mund des ältesten Jungen drang ein kehliges Lachen. Er wies auf den Bach und stammelte: „Wua, wua.“

Das Kind sah ihn an. Wenn er nicht völlig stumm war, vielleicht war er auch nicht vollkommen taub – und es nahm sich vor, seine Ohren zuzustopfen, um in die lautlose, gurgelnde Welt der Kinder des Lehrers zu gelangen.

Der Lehrer, abwechselnd zwei Kinder auf seinem Rücken tragend, schwamm durch das Wasser. Er schwamm schräg gegen die Strömung zum anderen Ufer – und rasch wie ein Fisch glitt er in Fließrichtung des Baches zurück.

Rittlings vor dem taubstummen Sohn des Lehrers sitzend, überquerte das Kind den Bach. Das Schilf streifte seine Beine. Glänzende Tropfen blinkten auf den braunen Schulterblättern des Lehrers.  Sehr hoch am Himmel kreiste ein Raubvogel. Auf der anderen Seite des Baches standen Kühe im Schlamm einer zertrampelten Böschung und glotzten zu den kreischenden Kindern hinüber. Libellen zuckten flach über das Wasser zwischen dem Schilf. Der taubstumme Junge tippte das Kind leicht an den Oberarm und wies auf die fingerlangen, blau glänzenden Insekten.

„Libellen“, sagte das Kind und nickte heftig. Doch dann vergaß es den Jungen hinter sich. Wirklich war nur der glänzende Rücken seines Vaters. Wirklich war das Strudeln des Wassers um seine Beine. Später richtete der Lehrer sich ein wenig auf und schüttelte sich.

„Alles Absteigen!“, rief er. „Wir müssen nach Hause.“

So wie sie zum Bach gekommen waren, nur in ihren Badeanzügen und Badehosen, kleine braun und grün gewürfelte Handtücher über die Schultern gehängt, barfüßig und mit tropfenden Haaren liefen die Kinder ihrem Vater hinterher. Das Kind hörte sie noch lachen, sah sie ihre geheimen Gebärden in die Luft gestikulieren – dann verschwanden sie über die Wiesen.

Die Schwester hatte ihr Kleid übergezogen. Sie kniete im flachen Wasser, so daß die Feuchtigkeit in großen Flecken den Rock hinaufstieg, und versuchte ihren Schlüpfer auszuwaschen.

Das Kind sah die sich zornig bewegenden Schultern der Schwester, sah die wiederkäuenden Kühe am fernen Ufer und darüber hochgetürmte Wolkenhaufen wie rasch dahin segelnde Schiffe, Wind in den zerfetzten Segeln, verschwommene Tiere als Gallionsfiguren am Bug;  Prozessionen seltsamer Fahrzeuge auf einem dunstigen, rosavioletten Meer.

„Geh schon los“, sagte die Schwester, „ich muss das hier noch sauber machen.“

Weitab standen die Kühe um eine Zinkwanne mit Wasser. Das Kind rannte durch das stachelige Gras. Das Rot der Backsteinhäuser, auf die das Kind zulief, wurde intensiver. Der Garten lag wie ausgedörrt. Es duftete nach Heu. Ein paar dicke Hummeln brummten noch zwischen den Astern. Im rosigen Licht verdunkelte sich das Laub der Apfelbäume. Das Kind ging langsamer, um noch in dem Garten zu bleiben. 

Vor einigen Tagen hatte die Bäuerin zwei große Koffer auf den Rasen gestellt. Sie hatte die rostigen Schließen aufschnappen lassen und vor den neugierig sie umringenden Kindern Kleid um Kleid, Frack um Frack aus den Tiefen des Koffers gezogen und in das Gras gelegt. Die Bäuerin hatte ihr herbes Gesicht zu einem vorsichtigen Lächeln verzogen, als sie das aus bebendem Tüll wogende Hochzeitskleid aus dem Koffer gehoben hatte.

Von den Nachbargärten her kamen immer mehr Kinder. Wie Tiere, die ihr Futter wittern, schienen sie den Beginn des kindlichen Festes gerochen zu haben.

Das Kind hatte das Hochzeitskleid angeschaut. Wie schön es war, wie ein Feenkleid – und das Herz wurde ihm schwer, denn die Braut würde es niemals werden.

Die Schwester und die älteste Lehrertochter hatten gestritten, wer von ihnen denn nun die Braut werden dürfe.

Das Kind hatte abseits gestanden.  Im Lärmen des Streits war den Kleidern das Geheimnis genommen, verstaubt, mit aufgerissenen Nähten und Fraßlöchern lagen sie wie wurmstichiges Holz in der heißen Sonne.  Da war das Kind fortgelaufen und hatte sich an den Straßenrand gesetzt. Die Türen der Häuser waren verschlossen, um die Mittagshitze abzuwehren. Hinter einem hölzernen Gartenzaun scharrten ein paar Hühner im Staub und gackerten.

Den Kopf zwischen die Knie gesteckt, hatte das Kind mit dem Finger Rillen in den Staub gezogen. Das waren Straßen. In ein längs gespaltenes Holunderstöckchen hatte es kleine Steinchen gelegt. Das waren die Menschen, das war ein Bus mit seinen roten, eingerissenen Kunstledersitzen, mit seinen Ziehharmonikawänden, die sich falteten und auseinander spreizten, wenn der Bus quietschend durch die Kurven der Straßen fuhr.

„Warum spielst du nicht mit den anderen?“, hatte plötzlich die Bäuerin neben ihr gefragt.

Die Bäuerin hatte ihre Hand ausgestreckt. „Komm, wir gehen noch einmal gemeinsam hin und schauen, was los ist.“

Höflich war das Kind aufgestanden und hatte seine Hand in die rauhe, kühle Rechte der Bäuerin gelegt.

„Nun ist es aber genug“, hatte die Bäuerin den Streitenden zugerufen.

Strahlend, die schmutzigen Hände verstohlen am Rock abwischend, hatte die Schwester nach dem Hochzeitskleid gegriffen. Die Lehrerstocher hatte den Bräutigam spielen dürfen. Das Kind hatte wortlos zugesehen. Nur seine Zehen hatten sich in die Erdballen zwischen dem Gras gebohrt. Das Kind hatte die Risse im Kleid, die bräunlichen Spuren gesehen. Ja, es war nur noch ein altes Stück Stoff mit Löchern gewesen. Es war nichts mehr. Das Fest war vorüber.

„Komm“, hatte die Bäuerin zu dem Kind gesagt, „da ist auch was für dich dabei.“ 

Gehorsam hatte das Kind Kleider aus dem Koffer gezogen. Schließlich hatte es einen dunkelblauen, changierenden Zipfel schimmern gesehen. Das Kind hatte über den Stoff gestreichelt, winzige Perlen waren aufgestickt und feine Falten in die Taille gesteppt. Noch einmal hatte es der Jammer eingeholt, als das Kleid dunkel und blau um seinen Kopf gerutscht war. Für einen Moment, in die Finsternis des Stoffes geborgen, hatte es den Mund zu einem lautlosen Weinen verzogen.

Die Bäuerin hatte Häkchen um Häkchen am Rücken des Kindes zugeknöpft. „Da gibt es noch einen Hut für dich“, hatte sie versprochen, „einen Hut mit einem Schleier.“ Sie hatte sich gebückt, um nach dem Hut zu suchen.

Dann waren die Kinder angekleidet. Alte Fräcke, feierliche Bratenröcke, Chemisetten, lange von schmutzigen Händen geraffte Röcke. Große Hüte mit Stoffblumen darauf, Kappen und Zylinder rutschten ihnen über die Ohren. Der taubstumme Junge des Lehrers hatte das Kind an die Hand genommen.

Der Hochzeitszug hatte sich langsam durch den Garten bewegt, eine Schar, die mit feierlichen, schlurfenden Schritten, den staubigen Hauptweg hinunter tappten.

Das Kind hatte sein blaues Kleid mit der Linken gerafft und die kräftige, warme Hand des Jungen gespürt. Sein Blick, mit dem er dann und wann seine Begleiterin betrachtete, war ernst, versonnen. So wanderten sie seitlich am Gehöft vorbei, gingen den Trampelpfad zur Dorfstraße.

Frauen waren scherzend aus den Türen getreten. Die alten Männer, die jeden Tag auf Bänken saßen, hatten gerufen: „Da möchte man noch mal jung sein.“

Die Bäuerin hatte ihnen die Haustür aufgeklinkt, Braut und Bräutigam bei den Schultern gefasst und sie in das Zimmer der Kranken dirigiert.

„Mutter, jetzt kommt etwas Schönes“, hatte sie zu dem fernen, hohen Bett in der Ecke der Stube gerufen.

Hand in Hand hatten sich die Kinder in den Raum gedrängt. Die Kleider hatten geraschelt, spitze Schuhe waren über die Dielen gescharrt.

Das Kind hatte stehen bleiben wollen. Der Junge des Lehrers hatte es an der Hand gezogen, mitten in den Raum hinein, in dem der süße Geruch der Fäulnis gärte.

Fliegen hatten gesurrt, Fliegen waren kopfüber die Wände hinunter geklettert, hatten wie Rosinen  an den braunen Streifen geklebt, die im Durchzug an den golden blinkenden Armen der Deckenlampe geschaukelt hatten, im Wind flatternde Fliegenfriedhöfe, unter denen  die Bäuerin die Schwester und die Tochter des Lehrers immer näher an das Bett geführt hatte. Die wächserne Hand hatte auf dem Federbett gelegen und die braunen, kräftigen Finger der Schwester hatten daran gerüttelt, wie an dem Arm einer Puppe, der herauszureißen drohte, wenn man nur kräftig daran zog. Das Kind hatte starr unter dem Fliegenpapier gestanden und gedacht, dass jetzt wirklich das vertrocknete Ärmchen aus dem Schultergelenk gezerrt würde.

Auf die über die Dielen schleifenden Hosenbeine, die langen Röcke, auf die schmutzigen Füße in den spitz geschnäbelten Schuhen blickend, hatte es sich aus dem Raum gewünscht. Im Gehen hatte das Kind noch einmal die gelben Hände reglos auf dem Federbett liegen sehen. Eine Fliege war der Kranken über die feuchte Stirn gekrochen.

Die vibrierenden Wolken von winzigen Fliegen auf der Wiese mit den Obstbäumen. Wie Hände von uralten Riesen reckten sich die Äste aus der Erde. Es duftete nach Heu. Das Kind schlurfte mit seinen Füßen über den Weg. Es drehte sich. Der Staub wirbelte auf, rötlich, dichter und dichter, bis das Kind ganz umhüllt war von der kreisenden, leichten Erde.

Der Hof lag im Schatten, zwischen seinem Buckelpflaster dunkelte das Moos. Jauchegestank stieg aus der Rinne, die über den Hof führte. Das Kind sprang darüber. Aus der geöffneten Stalltür drang das Grunzen der Sauen. Zwei Frauen traten in den Hof. „Sie hat lange genug gelitten“, sagte die eine, während das Kind an ihnen vorbei flitzte, hinein in den dunklen Hausflur, in dem alle Türen offen standen. Dort roch es nach Kernseife.

Das Kind ging den leisen Stimmen nach, in das Zimmer der kranken Bäuerin. Zuerst sah es nur die Rücken der Menschen, die dort standen. Der alte Bauer hatte tief den Kopf gesenkt, seine rechte Hand wischte über die Augen. An der anderen Hand hielt er den Enkel.

In der Stube breiteten sich die Dünste der aus Ställen und Küchen gekommenen Menschen aus. Saurer Schweißgeruch kräftiger Körper und der Geruch von mit Kernseife gewaschener Hände. Doch dahinter, aus den Poren der Dielen, von den tropfenden Fliegenpapieren herab, trieb der süße Ruch der Fäulnis.

Die Großmutter ließ den Rosenkranz durch ihre Finger rollen. Die alten Frauen murmelten. Das Kind betrachtete den graublau gewürfelten Stoff ihrer Schürzen, blickte durch die verbeulten Hosenbeine hindurch zu dem fernen Bett und erspähte auf dem Bettzeug dünne, gefaltete Hände, eine spitze Nase und flimmernde Härchen, die sich im Atemstrom der Betenden bewegten, wie der Flaum am Kiel einer Gänsefeder.

Das Kind schaute noch einmal zu den Händen auf der Bettdecke, um deren gelbe Fingernägel sich schwarze Ränder gebildet hatten, so, als wären unter der dünnen Haut bereits die Prozesse der Fäulnis im Gang, wäre ein vertrocknetes Blut durch die Risse der Haut nach außen getreten.

Neben dem Kind war ein Geräusch. Die bloßen Füße des Enkels scharrten über die Dielen. Sein weißes Gesicht war auf das Kind gerichtet. Aus seinem offenen Mund rann ein Speichelfaden. Durch seinen Körper ging ein Schütteln. Er zeigte mit dem Finger in Richtung des Bettes. Dann brach er in ein ungestümes Lachen aus.

Das Kind drehte sich um. In der offenen Tür stand die Schwester und winkte. „Was ist los?“, flüsterte die Schwester. Da schlich das Kind zu ihr. „Frau Dengler ist tot“, hauchte es und wusste mit einem Mal, dass dies jetzt für immer so war. Mit einer jähen Drehung ließ es die Schwester stehen.

Im Hausflur war es still und kühl. Das Heer der grauen und schwarzen Gummistiefel zog sich die gekalkten Wände entlang. Leise klinkte das Kind die Tür zum Hof auf.

Die Sonne glühte in einem karminroten Meer über dem Scheunendach. Das Kind lief zu den Ställen, sein Schatten flog wie ein Zeigefinger hinter ihm her. Es sah auf das Wohnhaus zurück. Als wäre das Haus ein glühender Ofen, leuchtete seine Backsteinfassade im roten Licht. Immer intensiver gefärbt stand es gegen den dunkelnden Himmel. Schwalben jagten um das Haus.

Das Kind stieß die Tür zum Garten auf. Schwarz standen die Obstbäume. Es war ein Wispern wie Wind hinter ihren Kronen. Wie schön das ist, dachte das Kind und ging auf die Bäume zu. Die weißen und rosa Astern in den Beeten leuchteten bläulich verfärbt, kühl – aber seltsam hell in der wachsenden Dunkelheit.

Dann traten sie hinter den Bäumen hervor: Männer und Frauen, in blauen, violetten und weißen Kleidern, in schwarzen Jacken und feingestreiften Hosen. Die Schleier an den Hüten bewegten sich sanft im Wind, wie die Flaumhärchen am Kiel einer Feder. Sie wisperten. Sie hielten einander an den Händen, während sie hinter den Bäumen hervortraten. Der Taft der Röcke rauschte leise, ein Geruch uralter, ferner Parfüme war um sie. Ein Gläserklirren, Flüstern, Kichern. Sie waren so fröhlich.

Im dunklen Kleid, ein Hütchen auf dem Kopf, ging eine Frau und winkte mit der Hand. Das Kind erkannte sie nicht gleich, denn sie war jünger geworden. Nicht wirklich jung, doch nicht mehr zahnlos und hinfällig.

Die alte Bäuerin winkte es näher.

„Ich bin nicht tot“, flüsterte sie heiter. „Psst – aber verrate es niemandem.“

Sie ging zurück zu den anderen, die in die Dunkelheit schritten. Sie wurden undeutlich. Nur ihr Wispern war noch zu hören, der helle Klang von Gläsern.

Der Wind zauste am schwarzen Blattwerk der Obstbäume. Eine runde Frucht plumpste ins Gras. Das Kind hockte sich nieder und schaute zu dem Feld Sommerastern, deren weiße und rosa Blüten in der violetten Dunkelheit des Abends verlöschten.