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Neuigkeiten

19.07.2026

Eine Verbindung zwischen Textil und Körper

David Behrens zeigt im Atelier des Stiphauses eine seiner Stoffarbeiten

Seit Anfang Juli ist der bildende Künstler David Behrens zu Gast im Künstler- und Stipendiatenhaus des Altmarkkreises Salzwedel. Während seines mehrmonatigen Aufenthalts wird er seine künstlerische Arbeit, die sich mit Bekleidungsstoffen, und Körpern beschäftigt, weiterentwickeln.
Im Mittelpunkt seines Arbeitsvorhabens steht sein fortlaufender Werkzyklus imprints. Behrens beschäftigt sich darin mit den materiellen und körperlichen Eigenschaften von Denimstoffen, die er durch mechanische und chemische Bearbeitungsprozesse – darunter Schleifen, Bleichen und Cyanotypie – in monochrome Bildflächen transformiert. Die Stoffe fungieren dabei zugleich als Bildträger, Werkzeug und Farbe und bewegen sich an der Schnittstelle von Zeichnung und Malerei.

Ein weiterer Schwerpunkt seiner Arbeit ist die Auseinandersetzung mit dem Verhältnis von Körper und Kleidung. Ausgangspunkt seiner Arbeiten sind Abformungen menschlicher Körper, deren plastische Strukturen er auf textile Oberflächen überträgt. Dies gelingt ihm unter anderem durch die fotografische Technik der Cyanotypie. Da die textilen Objekte beim Belichtungsprozess direkt am Körper getragen werden, treten Körper, Material und Licht in einen unmittelbaren Dialog und werden Teil eines künstlerischen Prozesses,
der Fragen nach Erinnerung, Identität und Materialität aufwirft.
Um seine Kunstwerke zu entwickeln nutzt er die Methode des Prototypings oder wie David Behrens seine Arbeitsweise erklärt: „Mit geht es darum viel auszuprobieren. Jeder Prototyp ist dabei ein Schritt nach vorn – selbst dann, wenn er zunächst wie Scheitern aussieht. Denn genau im Scheitern liegen oft die spannendsten Ideen.“

Der Aufenthalt im Künstler- und Stipendiatenhaus des Altmarkkreises Salzwedel bietet David Behrens die Möglichkeit, seine materialorientierte künstlerische Praxis weiter auszubauen: „Für meinen Aufenthalt im Künstler- und Stipendiatenhaus habe ich mir wieder eine Nähmaschine gekauft. Damit knüpfe ich an meine Anfänge im Modedesign-Studium an und greife ein Medium wieder auf, das meinen künstlerischen Blick von Beginn an geprägt hat. Aus Bekleidungsstoffen unterschiedlicher Art möchte ich sowohl zweidimensionale
als auch dreidimensionale Werke entwickeln, welche die Grenzen zwischen Textil, Skulptur und Bild ausloten.“
David Behrens (l.) demonstriert Antje Schwesig die Vorgehensweise seiner Arbeiten mit Textilien
David Behrens (l.) demonstriert Antje Schwesig die Vorgehensweise seiner Arbeiten mit Textilien_@AMK

Im Künstlercafé am 17. September 2026 können Sie erfahren, welche dieser Ideen David Behrens umgesetzt hat. Also, merken Sie sich diese Veranstaltung gern schon einmal in Ihrem Terminkalender vor. @_AMK

Mehr zu David Behrens finden Sie auf seiner Webseite: https://www.david-behrens.de/



13.06.2026

Künstlercafe`mit Yasuko Yamaguchi

Portraitfoto Yasuko Yamaguchi vor dem Tor des Stipendiatenhauses_@amk

Die Kreisvolkshochschule Altmarkkreis Salzwedel hat am 18. Juni 2026 zum Künstlercafé in das Künstler- und Stipendiatenhaus eingeladen. Zu Gast ist die japanische Komponistin Yasuko Yamaguchi, die seit April als Stipendiatin in der Hansestadt lebt und arbeitet.

Zum Ende ihres dreimonatigen Aufenthalts hat die Komponistin Einblicke in ihr aktuelles Schaffen gegeben und ihre künstlerischen Projekte vorgestellt. Im Mittelpunkt stand dabei ihr Kompositionszyklus „Schattenlicht“, dessen Ursprung in einer Begegnung mit der in Italien lebenden Glaskünstlerin Oki Izumi liegt. Deren faszinierende Glasskulpturen inspirierten Yamaguchi bereits 2022 zur Komposition des ersten Teils von „Schattenlicht“. Inzwischen ist ein zweiter Teil entstanden, und während ihres Aufenthalts in Salzwedel arbeitete sie an der Fortsetzung des Werkes.
Der dritte Teil von „Schattenlicht“ entsteht unter dem Eindruck der Altmark und ihrer besonderen Atmosphäre. Inspiriert von der ehemaligen Teilung Deutschlands sowie von den Flüssen Jeetze und Dumme, die sich zu einem gemeinsamen Lauf verbinden, entwickelt Yamaguchi eine Komposition für Akkordeon und Schlagzeug. Beide Instrumente treten zunächst als eigenständige Stimmen auf, nähern sich im Verlauf des Werkes jedoch immer stärker an und treten schließlich in einen intensiven musikalischen Dialog.

„Musik ist für mich, Zeit mit Tönen zu gestalten“, beschreibt Yasuko Yamaguchi ihre künstlerische Haltung. Dieser Gedanke zieht sich wie ein roter Faden durch ihre Werke, in denen Klänge, Erinnerungen, Räume und Stimmungen auf besondere Weise miteinander verwoben werden.
Beim Künstlercafé hat die Komponistin ihre Arbeit beeindruckend vorgestellt und die Zuhörer einen inspirierenden Ausblick auf „Schattenlicht 3“ gegeben: Das Werk, das die Eindrücke ihres Aufenthalts in Salzwedel aufgreift, hat sie beispielhaft am Klavier präsentiert.Die Uraufführung mit den vorgesehenen Originalinstrumenten Akkordeon und Schlagzeug ist bereits in Planung. @AMK

 



07.06.2026

Ausstellungseröffnung StipendiatenArt am 18.06.2026 im Danneil-Museum

Traditionell gibt das Danneil-Museum den bildenden Künstlern, die im Vorjahr als Stipendiaten in Salzwedel weilten, ein Podium für ihre Werke. Im Jahre 2025 waren das Adelheid Fuss aus Potsdam und Johannes Weilandt aus Berlin.
Die Ausstellungseröffnung StipendiatenART mit Arbeiten von Adelheid Fuss und Johannes Weilandt findet am am Do. 18. Juni 2026; 17 Uhr im Danneil-Museum in Salzwedel statt.

Adelheid Fuss
Adelheid Fuss vor ihren ersten vier Zeichnungen im Atelier des Stipendiatenhauses; @ AF
Adelheid Fuss voe ihren ersten vier Zeichnungen im Atelier des Stipendiatenhauses; @ AF

Die Bildhauerin und Grafikerin hat sich im Rahmen ihres Stipendiums mit der Frage nach der Verbindung von Geografie und Biografie sowie der Konstruktion von Identität beschäftigt. Entstanden sind portraithafte Darstellungen von Menschen, kombiniert mit landschaftlich anmutenden Elementen. In der Ausstellung werden auch Arbeiten zu sehen sein, die direkt vor und nach dem Aufenthalt in Salzwedel entstanden sind.
Adelheid Fuss wurde 1977 in Rumänien geboren und lebt seit 1987 in Deutschland. Sie studierte Bildhauerei an der Burg Giebichenstein in Halle/Saale und an der Hochschule der Bildenden Künste Athen. Seit ihrem Studienabschluss lebt und arbeitet sie in Potsdam.
2021 erhielt sie den Brandenburgischen Kunstpreis für Grafik. 2024 und 2025 folgten mehrere Stipendien für artist in residence Aufenthalte in Deutschland und der Schweiz. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit stehen Menschen, deren Beziehungen zueinander und zu unserer sich stets verändernden Welt.

Johannes Weilandt
Johannes Weilandt im Ateier vor seinen Zeichnungen @_AMK
Johannes Weilandt im Ateier vor seinen Zeichnungen @_AMK

Während seines Stipendienaufenthaltes im Künstler- und Stipendiatenhaus Salzwedel setzte sich der bildende Künstler Johannes Weilandt ausgehend von seinen zeichnerischen Studien eines Schädelpräparats aus den Meckelschen Sammlungen des Instituts für Anatomie und Zellbiologie der MLU Halle-Wittenberg mit der sogenannten „Gallschen Schädellehre“ auseinander. Benannt nach dem deutschen Arzt Franz Joseph Gall (1758-1828) behauptete diese, anhand rein äußerlicher Merkmale die Veranlagung und den Charakter eines Menschen bestimmen zu können.
In der Ausstellung werden Zeichnungen zu sehen sein, die während des Stipendienaufenthalts aus einer kritischen künstlerischen Auseinandersetzung mit den verheerenden Folgen der inzwischen wissenschaftlich widerlegten Schädellehre hervorgegangen sind. Gerahmt werden die Zeichnungen von früheren Arbeiten, die sich bereits mit der Institutionalisierung des menschlichen Körpers in medizinhistorischen Sammlungen und damit verbundenen, repräsentati onsethischen Fragestellungen auseinandersetzten.
Johannes Weilandt lebt und arbeitet in Berlin und Halle Saale. Er studierte Freie Kunst / Bühnen- und Kostümbild an der Weißensee Kunsthochschule Berlin und der Universität der Freien Künste Belgrad. 2022 erhielt er den Meisterschülertitel. Seinen Arbeiten gehen zumeist intensive Recherchen in medizinhistorischen Sammlungen und Archiven
voraus.

Freuen Sie sich auf eine interessante Ausstellung beider Künstler.



12.04.2026

Musikalische Gegensätze & Annäherung

Portraitfoto Yasuko Yamaguchi vor dem Tor des Stipendiatenhauses_@amk

Die talentierte Komponistin Yasuko Yamaguchi hat Anfang April ihr Stipendium im Künstler- und Stipendiatenhaus des Altmarkkreises Salzwedel aufgenommen. Dazu gab sie erstmals exklusive Einblicke in ihre spannenden Pläne bei einem Pressegespräch.
Bereits im Jahr 2016 kam sie mit der Hansestadt Salzwedel während ihres dreimonatigen Aufenthalts am Künstlerhof Schreyahn in Niedersachsen in Berührung. Schon damals zog sie die Magie der Natur und die zauberhaften Fachwerkhäuser in ihren Bann – so sehr, dass sie zurückkehren wollte und sich für das Stipendium im Künstler- und Stipendiatenhaus bewarb. Nun widmet sie sich genau hier einem neuen, spannenden Kompositionsprojekt.

Im Rahmen ihres Aufenthaltes in Salzwedel plant Yamaguchi, ein Werk unter dem Arbeitstitel „Schattenlicht 3“ für Akkordeon und Schlagzeug zu komponieren. Inspiriert von der Teilung Ost- und Westdeutschlands und auch vom Flussverlauf der Jeetze und der Dumme, die sich zu Einem verbinden, experimentiert sie mit der musikalischen Darstellung von Trennung und Annäherung. Dabei sollen sich das Akkordeon und das Schlagzeug zunächst als eigenständige Parteien gegenüberstehen. Doch im Verlauf des Musikstücks nähern sich beide an und führen schließlich einen intensiven Dialog.
Yasuko Yamaguchi arbeitet auf traditionelle Weise: Sie beginnt ihre Kompositionen mit handschriftlichen Aufzeichnungen von Ideen und kurzen Notizen zunächst in Wortform. Aus diesen entstehen schließlich Melodien, die sie sorgfältig auf Notenpapier festhält. „Ich komponiere sehr langsam, weshalb ich bis zum Ende meines Stipendiums voraussichtlich noch kein vollständiges Musikstück präsentieren kann.“, betonte sie jedoch.

Yasuko Yamaguchi schätzt vor allem die Ruhe und Konzentration, die ihr der Aufenthalt ermöglicht, um sich vollständig auf ihre kompositorische Arbeit zu konzentrieren – eine Chance, die wegen ihres privaten Engagements als Klavierlehrerin sonst nur selten besteht.
Um Inspiration zu finden, geht Yasuko Yamaguchi gerne wandern, liebt Fachwerkhäuser, das Vogelgezwitscher und die Weite. All das bietet die Altmark in Hülle und Fülle und besitzt damit ein großes kreatives Potenzial. „Ich war von Anfang an von den schiefen Fachwerkhäusern fasziniert.“ meinte Yasuko Yamaguchi und setzte mit einem Augenzwinkern hinterher. „Und ich komponiere schräge, neue Musik. Das passt gut zusammen.“ Nun freut sie sich schon darauf, ihre Umgebung besser kennenzulernen und sich von ihr inspirieren zu lassen.
Wie das dann klingt, können Sie zum Künstlercafé am 18. Juni 2026 erfahren. Also, merken Sie sich diese Veranstaltung gern schon einmal in Ihrem Terminkalender vor.

Mehr zu Yasuko Yamaguchi
Yasuko Yamaguchi wurde 1969 in Nagasaki, Japan, geboren. Sie studierte Komposition an der Tokyo National University of Fine Arts and Music bei Akira Kitamura, Hideo Kobayashi und Michio Mamiya. Anschließend absolvierte sie ein Aufbaustudium an der Robert-Schumann-Hochschule Düsseldorf bei Manfred Trojahn, welches sie 2000 mit Diplom abschloss.
Die Yasuko Yamaguchi erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Förderpreis der Landeshauptstadt Düsseldorf für Musik (2005) sowie verschiedene Stipendien, unter anderem vom Künstlerhof Schreyahn (2016), der Kulturstaatsministerin im Deutschen Studienzentrum Venedig (2018), vom Musikfonds Berlin und dem Deutschen Musikrat. Zuletzt lebte sie als Stipendiatin im Sommer 2022 in Bellwald, Schweiz, und ist im Sommer 2027 für drei Monate in der Fondazione Casa Atelier Bedigliora in der Schweiz eingeladen.
Zu ihren bedeutenden Kompositionsaufträgen zählen Werke für Music From Japan (New York), die Kunststiftung NRW, die Tonhalle Düsseldorf und die Dr. Karl Emil und Lilli Brügmann Stiftung. Das Orchesterwerk „Das Stehaufmännchen ist umgefallen“ (1999) wurde für den 10. Akutagawa-Kompositionspreis nominiert und von führenden japanischen Orchestern wie dem Kyoto Symphony Orchestra und dem New Japan Philharmonic Orchestra aufgeführt.
Yasuko Yamaguchis Werke wurden weltweit von Ensembles wie dem E-MEX Ensemble, Studio Musikfabrik, 175 East (Neuseeland), dem Tokyo Sinfonietta und weiteren präsentiert. Zahlreiche internationale Festivals wie das ACL Festival in Taiwan, die International Gaudeamus Music Week in den Niederlanden, die Münchener Biennale und das Music From Japan Festival in New York zählten zu ihren wichtigen Auftrittsorten.
Yasuko Yamaguchi lebt und arbeitet als freischaffende Komponistin in Düsseldorf.

Weitere Informationen und Hörproben finden Sie auf ihrer Webseite:
www.yasukoyamaguchi.com
(@AMK)

 



11.03.2026

Künstlercafe‘ mit Stipendiatin Heekeun Kim am 19.03.2026

Abbildung einer Arbeitsprobe - einer Seite in einem Buch @_Verein

Am Donnerstag, den 19. März 2026 veranstalteten die Kreisvolkshochschule und der Verein des Künstler- und Stipendiatenhauses ein Künstlercafé mit der bildende Künstlerin Heekeun Kim. Sie stellte ihre während des dreimonatigen Stipendiums entstandenen Arbeiten vor.

Ihr Thema in Salzwedel: Perspektivwechsel. Sie arbeitet mit urbanen Räumen und dem Spiel von gewöhnlichen Sichtweisen & deren Verkehrungen. Dabei setzt sie sich mit Maßen, Formen, Proportionen und deren Warnehmung auseinander.

Die Künstlerin präsentierte im Atelier des Künstler- und Stipendiatenhauses zwei von ihr entworfenen änderbare Rauminstallationen, eine davon vom Fachwerkreichtum der Hansestadt Salzwedel inspiriert.

Gäste des Künstlercafe`s im Atelier des Künstler- und Stipendiatenhauses

Gäste des Künstlercafe`s im Atelier des Künstler- und Stipendiatenhauses @_Verein

Abbildung einer Arbeitsprobe - einer Seite in einem Buch @_Verein

Abbildung einer Arbeitsprobe @_Verein

Mehr:
Heekeun Kim wurde 1979 in Seoul geboren und lebt in Braunschweig. Im Zentrum ihres künstlerischen Schaffens steht die Auseinandersetzung mit der Rolle und dem Einfluss von Architektur sowie der Funktion temporärer Räume. Während ihres Stipendiums hat sie sich intensiv mit architektonischen Interventionen auseinandergesetzt – nicht nur forschend, sondern auch im lebendigen Dialog mit dem Ort selbst. Heekeun Kim studierte Freie Kunst an der Hochschule für bildende Künste Braunschweig und war Meisterschülerin bei Prof. Thomas Virnich. Sie erhielt zahlreiche Stipendien und Auszeichnungen, darunter das Jahresstipendium des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur (2024) und das Arbeitsstipendium der Stiftung Kunstfonds Bonn (2023). Ihre Arbeiten wurden international ausgestellt, unter anderem bei der Wrong Biennale in Alicante (Spanien) (2023/2024) und der Documenta 15 in Kassel (2022). @AMK



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