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Neuigkeiten

22.10.2025

Kreativer Dialog zwischen Kunst und Medizingeschichte

Johannes Weilandt im Ateier vor seinen Zeichnungen @_AMK

Faszinierende Zeichnungen mit Ausschnitten eines menschlichen Schädels umgaben den Bildenden Künstler Johannes Weilandt im Atelier des Künstler- und Stipendiatenhauses, als er sein Vorhaben für den Stipendienaufenthaltes erläuterte.
Im Rahmen dieses dreimonatigen Stipendiums, welches Johannes Weilandt am 01. Oktober angetreten hat, möchte er sich tiefgreifend mit der medizinhistorischen Repräsentation des menschlichen Körpers auseinandersetzen.
Weilandts künstlerische Praxis basiert auf der Frage, auf welche Weise sich Institutionen in unsere Körper einschreiben, sie darstellen, prägen und zum Verschwinden bringen. Im Zentrum seines Interesses steht auch das Erleben medizinischer Einrichtungen aus der Perspektive von Patienten, ein Themenfeld, das zunehmend auch von der medizinhistorischen Forschung beleuchtet wird. Das Ausgangsmaterial, aus dem er seine Zeichnungen konzipiert und dann im offenen Prozess entwickelt, sind vorwiegend visuelle Artefakten, zum Beispiel Fotografien, Handzeichnungen, schematischen Grafiken oder Animationen, die er in medizinischen Sammlungen und Archiven vorfindet.

Während seines Aufenthaltes im Künstler- und Stipendiatenhaus wird Weilandt speziell auf ein anatomisches Exponat aus den Meckelschen Sammlungen in Halle (Saale) eingehen: den „Gallschen Schädel“. Dieser feingliedrig beschriftete menschliche Schädel zeigt 27 nummerierte Zonen, die mit Charaktereigenschaften bzw. Fähigkeiten, wie zum Beispiel Raufsinn, Mordlust, Scharfsinn, Ruhmsucht oder Bedächtigkeit gekennzeichnet sind. Im frühen 19. Jahrhundert wurde angenommen, dass verschiedene Bereiche des Gehirns für unterschiedliche Eigenschaften und Fähigkeiten verantwortlich sind und dass diese durch die äußere Form des Schädels sichtbar seien. Oder anders ausgedrückt, dass die Form des Schädels Rückschlüsse auf die Persönlichkeit und die geistigen Fähigkeiten eines Menschen zulässt. Trotz der wissenschaftlichen Widerlegung dieser Theorie, hatte sie weitreichende Auswirkungen auf die Polizeiarbeit und Psychiatrie des 19. Jahrhunderts sowie auf die Medizin während des Nationalsozialismus.

Inspiriert von seiner künstlerischen Recherche wird Johannes Weilandt die historische Bedeutung des „Gall-schen Schädels“ zeichnerisch erforschen und dabei auf Skizzen und Notizen zurückgreifen, die er während seiner Zeit in Halle angefertigt hat. Der Entstehungsprozess wird von der Wahl des Formats bis hin zu den zeichnerischen Mitteln einer kontinuierlichen Reflexion unterzogen. Zudem wird Weilandt die Entwicklung seines künstlerischen Prozesses in einem eigens gestalteten Arbeitsjournal dokumentieren, welches ihn auf seinem Weg begleiten wird.

Die Ergebnisse von Weilandts Projekt werden am Ende seines Aufenthalts zum Künstlercafé am 18.12.2025 präsentiert. Sie dürfen gespannt sein auf eine eindringliche künstlerische Auseinandersetzung, die nicht nur den Blick auf die Vergangenheit schärft, sondern auch aktuelle Fragen zu Identität und Zuschreibung im Spannungsfeld von Kunst und Wissenschaft aufwirft.

Mehr zu Johannes Weilandt
Johannes Weilandt, 1991 geboren und in Halle (Saale) aufgewachsen, lebt und arbeitet als Bildender Künstler in Berlin und Halle Saale. Er ist Mitglied im BBK-Berlin, im VGBildkunst und in der Internationalen Heiner Müller-Gesellschaft. Von 2011 bis 2017 studierte er Bildende Kunst | Bühnen- und Kostümbild an der Weißensee Kunsthochschule Berlin. Zudem studierte er 2015 während eines Gastsemesters Zeichnung | Malerei in der Klasse von Prof. Mark Lammert an der UdK Berlin und 2016 Zeichnung | Malerei | Transmedia an der Universität der Künste Belgrad. 2022 erlangte er den Meisterschülertitel bei Prof. Else Gabriel und Prof. Peter Schubert an der Weißensee Kunsthochschule Berlin. 2023 kooperierte Weilandt im Rahmen seines Residenzstipendiums im Künstlerhaus Lauenburg mit dem Institut für Geschichte und Ethik der Medizin des UKE Hamburg. 2024 Jahr recherchierte er in den Meckelschen Sammlungen des Instituts für Anatomie und Zellbiologie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Für seine Arbeiten erhielt er mehrere Stipendien, u.a. von der Stiftung Kunstfonds. Zudem ist er mit seinen Zeichnungen in verschiedenen Ausstellungen, Veröffentlichungen und Sammlungen vertreten, darunter gemeinsam mit Elske Rosenfeld beim Festival „wohn_komplex, Festival zu 60 Jahre Halle Neustadt“ im Jahr 2024, das durch die Kunststiftung Sachsen-Anhalt gefördert wird.
Mehr zu Johannes Weilandt und seinen Werken finden Sie hier: https://www.johannesweilandt.de/

@_AMK



21.09.2025

Sound & Vision – Ein Abend der Klangkunst

CHEN Chenwen spielt an der Gitarrre seine Komposition

Die Kreisvolkshochschule des Altmarkkreises Salzwedel hat am 18. September 2025 zum Künstlercafé ins Künstler- und Stipendiatenhaus eingeladen. Zu Gast war der Komponist CHEN Chengwen, der akzuelle Stipendiat.

Seinen Aufenthalt in Salzwedel nutzte CHEN Chengwen unter anderem, um sich musikalisch mit der Orgel zu St. Marien auseinanderzusetzen, die gut vom Künstler- und Stipendiatenhaus aus zu hören ist. Doch nicht nur dort fand er Inspiration. Die klangliche Vielfalt der Stadt regte ihn zu künstlerischen Transformationen an, die die Atmosphäre und Geschichte Salzwedels hörbar machen.

Haben Sie schon einmal bewusst auf die Geräusche in Ihrer Umgebung geachtet? Selbst in einem geschlossenen Raum kann das Ticken der Uhr oder der Straßenlärm vor dem Fenster wahrgenommen werden. CHEN Chengwen nimmt sich dieser oft überhörten oder zum Alltag gehörenden Klänge an: Seit Juli arbeitet er im Künstler- und Stipendiatenhaus und erforscht das Konzept des „Soundscape“ – das akustische Erleben verschiedenster Räume. Sein Ziel ist es, Musikalität in den alltäglichen Geräuschen der Hansestadt Salzwedel zu entdecken und diese in neue, zeitgenössische Kompositionen zu verwandeln. @_AMK

Diese Umsetzung hat er den zahlreich erschienenen Gästen während des Künstlercafés nicht nur akustisch sondern auch visuell auf einer Leinwand präsentiert.

CHEN Chenwen spielt am Kalivier seine Komposition

CHEN Chenwen spielt am Kalivier seine Komposition_@_Bild Verein



05.09.2025

Mitgliederversammlung bestätigte Mirko Rathke als neuen Vorsitzenden des Vereins des Künstler- und Stipendiatenhauses

Gruppenbild der Mitglieder des Vorstands von 2025

Am 1. September 2025 fand die diesjährige Mitgliederversammlung des Vereins des Künstler- und Stipendiatenhauses im Altmarkkreis Salzwedel statt. Von den insgesamt 33 Mitgliedern waren 16 der Einladung des Vorstands gefolgt. Auch Landrat Steve Kanitz sowie einige Sponsoren und Unterstützer des Vereins hatten sich eingefunden.

Vera Wibbeke, die Vorsitzende des Vereins, zog in ihrem Rechenschaftsbericht eine Bilanz für das Jahr 2024. In einer anschaulichen PowerPoint-Präsentation stellte sie die Landesstipendiaten 2024 und deren künstlerisches Schaffen vor. Im vergangenen Jahr gab es insgesamt sechs Vorstandssitzungen sowie eine Mitgliederversammlung.
Vera Wibbeke bedankte sich herzlich bei allen Mitgliedern, Förderern und Unterstützern des Vereins sowie beim Vorstand für deren ehrenamtlichen Einsatz. Dabei hob sie auch besonders die großartige Arbeit der Kreisvolkshochschule, die in Kooperation mit dem Vorstand viermal im Jahr sogenannte Künstlercafés organisiert; sowie des Johann-Friedrich-Danneil-Museums hervor, in dessen Räumlichkeiten die Stipendiaten aus dem Vorjahr im Rahmen der Ausstellung „StipendiatenART“ ihre Werke präsentieren können.

Nachdem auch die Kassenprüfung ohne Beanstandungen abgeschlossen wurde, erhielt der alte Vorstand die Entlastung für das Jahr 2024.

Anschließend standen Vorstandswahlen an. Der Vorstand muss gemäß Satzung des Vereins alle vier Jahre neu gewählt werden. Als Wahlleiter aus dem Verein fungierte Karl-Heinz Reck, gewählt wurde in offener Abstimmung. Aus dem alten Vorstand sind Vera Wibbeke und Heidrun Kalmbach ausgeschieden.
Als neuer Vorsitzender des Vereins wurde Mirko Rathke bestätigt, als seine Stellvertreterin Ines Kahrens. Für das Amt der Schriftführerin hat Inka Ludwig erneut kandidiert und wurde bestätigt. Birgit Eurich ist neue Kassenwartin und als Beisitzer arbeiten Cornelia Blödow, Kathrin Stade und Joachim Mikolajczyk im Vorstand mit.
Der Vorstand besteht nun aus sieben Mitgliedern. Dem erweiterten Vorstand gehören darüber hinaus als „geborene Mitglieder“ der Altmarkkreis Salzwedel in Vertretung durch Frau Simone Franz, und die Hansestadt Salzwedel in Benennung von Frau Antje Schwesig an.

Der abschließende Ausblick der ehemaligen Vorsitzenden richtete sich auf den 30. Geburtstag des Vereins des Künstler- und Stipendiatenhauses, der im Jahr 2027 gefeiert werden soll. Die Planung wird somit in diesem und im kommenden Jahr durch den neuen Vorsitzenden vorangetrieben.

Alle Mitglieder des Vereins des Künstler- und Stipendiatenhauses möchten sich auch noch einmal ganz herzlich bei der Sparkasse Altmark West und der Personenverkehrsgesellschaft des Altmarkkreises Salzwedel für die langjährige finanzielle Unterstützung bedanken.

Hier auf der Website gibt es auch Mitgliedsanträge, denn jeder, der den Verein des Künstler- und Stipendiatenhauses unterstützen möchte, ist herzlich willkommen!

Foto: @_AMK



01.09.2025

CHEN Chengwen & Tobias Klich präsentierten Programm „Erkennen des Anderen“

CHEN Chengwen (r.) und Tobias Klich (Gitarre) präsentierten Programm im Stipendiatenhaus

Das Künstler- und Stipendiatenhaus des Altmarkkreises Salzwedel war auch in diesem Jahr wieder Spielort im Rahmen des 30. Musikfestes Altmark. Mehr als 30 Zuhörern wurde ein kleiner Einblick in das kreative Schaffen des aktuell gastierenden Stipendiaten CHEN Chengwen gewährt. Der aus Taiwan stammende Komponist präsentierte sein Werk „Erkennen des Anderen“, gespielt von Tobias Klich auf der Gitarre. Auf dem Programm des Gitarristen Tobias Klich standen außerdem weitere neue Werke für Gitarre solo, die in enger Zusammenarbeit mit den Komponistinnen und Komponisten Younghi Pagh-Paan (Korea), Seungwon Yang (Korea) und Farzia Fallah (Iran) entstanden sind. Das Instrument Gitarre mit asiatischen Klangvorstellungen zu konfrontieren, bedeutet, frische neue Perspektiven zu gewinnen – durch das „Andere“ das „Eigene“ erkennen.

 Chen Chengwen ist tätig als freischaffender Komponist im vokal-instrumentalen sowie im elektroakustischen Bereich. Geboren in Taiwan, lebt und arbeitet er seit 2010 in Deutschland. Seine Kompositionen schaffen oft neue Hörsituationen, indem sie scheinbar Vertrautes als Fremdes erklingen lassen, die Körperlichkeit der Musiker in außergewöhnlicher Weise inszenieren oder neue Konzertformen erforschen. Im Vordergrund steht dabei das akustische Denken, das durch elektroakustische Hörerfahrungen inspiriert ist, z.B. durch spektrale Sprachanalysen, räumliche Perspektiven oder die Entwicklung von hybriden Instrumenten-Klangkörpern. Eine wichtige Rolle spielt die musikalische Auseinandersetzung mit transkulturellen Erfahrungen und Fluidität. Weitere Infos zum Künstler: https://chenchengwen.com/

 Tobias Klich ist Komponist, Gitarrist, Musikfilmemacher und bildender Künstler. Seine transdisziplinären Arbeiten untersuchen oft den polyphonen Zusammenhang von Hören und Sehen vor dem Hintergrund philosophischer und gesellschaftlicher Fragestellungen. Als Gitarrist widmet er sich insbesondere der Initiierung neuer Gitarrenwerke. Mehr Infos zum Künstler: https://tobiasklich.com/

 Mehr
Das Musikfest Altmark wird vom Landkreis Stendal und dem Altmarkkreis Salzwedel getragen. Es wird durch das Land Sachsen-Anhalt gefördert und durch die Kreissparkasse Stendal sowie die Sparkasse Altmark West ideell und finanziell unterstützt. Das gesamte Programm des Musikfestes Altmark 2025 finden Sie online auf www.musikfest-altmark.de/ und im Programmflyer. Besuchen Sie gern auch andere Veranstaltungen des 30. Musikfestes Altmark. Es findet vom 09.08. bis 05.11.2025 in der ganzen Altmark statt. @_AMK

CHEN Chengwen & Tobias Klich präsentierten Programm „Erkennen des Anderen“
@_Verein: CHEN Chengwen (v.r.) und Tobias Klich (Gitarre) präsentierten Programm im Künstler- und Stipendiatenhaus



02.07.2025

Ausstellung StipendiatenART:

Exponate der Ausstellung StipendiatenArt im Johann Friedrich Danneil Museum_@ Verein

Arbeiten von Mariel Poppe und Florian Glaubitz im Johann-Friedrich-Danneil-Museum in Salzwedel 

Traditionell gibt das Danneil-Museum den bildenden Künstlern, die im Vorjahr als Stipendiaten in Salzwedel weilten, ein Podium für ihre Werke. Im Jahre 2024 waren das Mariel Poppe aus Berlin und Florian Glaubitz aus Münster.

Mariel Poppe
Für die Zeit des dreimonatigen Arbeitsstipendiums hat sich Mariel Poppe dem Thema Turm als Architektonisches Ausrufezeichen verschrieben. Aus alten Ziegel-Fundstücken und Miniaturziegeln baut sie mögliche und unmögliche Turmbauten, denen die Macht der Monumente entzogen ist: Türme, krumm und schief, perfekt unperfekt, manieristisch verspielt und bizarr surreal.
Insbesondere werden Türme als Marker in Städten und in der Landschaft wahrgenommen. Von oben bieten sie Überblick, von unten Orientierung. Von den zahlreichen, eigen- und einzigartigen Turm- und Torbauten der Altmark inspiriert, entstanden eine Reihe „Architektonischer Ausrufezeichen“.

Florian Glaubitz
Im Rahmen seines Aufenthalts im Künstler- und Stipendiatenhaus Salzwedel hat Florian Glaubitz den Stadtraum sowie das Leben der Menschen vor Ort fotografisch erkundet. Im Spannungsfeld zwischen alltäglichen Eindrücken und dem kulturellen Wandel hinterfragt Glaubitz die Dynamik von Öffentlichkeit und Privatheit.
„Ich möchte nicht nur eine Serie von Einzelbildern schaffen, sondern ein Cluster von Eindrücken, das aufzeigt, was ein ‚Miteinander‘ bedeuten kann“, erklärt der Künstler. Seine Arbeiten laden dazu ein, die Stadt aus einer anderen Perspektive zu sehen und alltägliche Prozesse bewusster wahrzunehmen.“

Viele interessierte Besucher folgten der Einladung zur Ausstellungseröffnung am 5. Juni in das Johann-Friedrich-Danneil-Museum.

Besucher vor Exponaten beim Künstlercafe mit Mariel Poppe und Florian Glaubitz   Besucher vor Exponaten beim Künstlercafe mit Mariel Poppe und Florian Glaubitz

Die Ausstellung wird bis 31. August 2025 im Danneil-Museum Salzwedel gezeigt.



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