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Mit Alina Valerie Weinert ist am 1. Oktober eine Autorin und Schauspielerin als neue Stipendiatin in das Künstler- und Stipendiatenhaus des Altmarkkreises Salzwedel eingezogen. Für die Dauer ihres Aufenthalts möchte sie die intensive Arbeitsatmosphäre nutzen, um ihr erstes längeres Prosaprojekt entscheidend voranzubringen. Nach zahlreichen Veröffentlichungen von Kurzgeschichten in Literaturzeitschriften und Anthologien richtet sich ihr Fokus damit nun auf einen Langtext.

Alina Valerie Weinert ist durch das Theater früh mit dem Schreiben und der Faszination für Figuren in Berührung gekommen. Im Zentrum des geplanten Romans stehen drei Frauen aus unterschiedlichen Generationen: die 87-jährige Lore Brenner, die seit Jahrzehnten auf einem abgelegenen Gehöft in einem kleinen Ortsteil lebt, ihre Enkelinnen Romi und Johanna. Romi kommt nach Abschluss ihrer wissenschaftlichen Arbeit aus der Großstadt zur Großmutter aufs Land. Dort verbringt sie gemeinsam mit Johanna einen langen August, in dessen Verlauf sich Familiengeschichte, Gegenwart und Erinnerungen zunehmend miteinander verweben. Eine zweite Zeitebene führt in die frühen 1950er-Jahre zurück und erzählt von Lore als junger Frau. Im Mittelpunkt stehen dabei Fragen nach familiären Prägungen, dem Ungesagten und den Veränderungen, die zwischen den Generationen weitergegeben werden.
Besonders wichtig ist ihr im Roman jedoch auch was nicht erzählt wird: die Traumata verschiedener Generationen, die oft im Verborgenen weiterwirken.

Die Zeit bis zum Ende des Jahres im Künstler- und Stipendiatenhaus soll Weinert ermöglichen, sich diesem Stoff mit der notwendigen Ruhe und Konzentration zu widmen. Sie möchte dabei nicht nur die Handlung weiterentwickeln, sondern auch unterschiedliche erzählerische Möglichkeiten erproben und die Struktur des Manuskripts ausarbeiten. Die intensive Schreibzeit soll so einen entscheidenden Schritt auf dem Weg zu ihrem ersten längeren Prosatext ermöglichen. Wenn alles nach Plan läuft, hofft sie bis zum Jahresende die erste Fassung ihres Romans fertig stellen zu können.
Mit ihrem Aufenthalt setzt Weinert ihre bisherige Verbindung von Theater und Literatur fort. Ihre Erfahrungen als Schauspielerin und Theaterwissenschaftlerin prägen dabei auch ihr Schreiben: Die Entwicklung von Figuren, das Entstehen konkreter Situationen und ein sensibler Umgang mit Sprache und Struktur bilden wichtige Ausgangspunkte ihrer literarischen Arbeit.

Alina Valerie Weinert glaubt, dass Geschichten davon leben, den Geschichten anderer zuzuhören. Sie lernt gerne von anderen Menschen und sucht den Austausch. Sie versteht sich nicht als einsame Schreiberin, sondern als jemand, der durch Begegnungen, Gespräche und unterschiedliche Perspektiven neue Impulse für ihr Schreiben gewinnt.

Mehr zu Alina Valerie Weinert
Alina Valerie Weinert, geboren 1995 und aufgewachsen in Freiburg im Breisgau, lebt heute in Berlin. Sie studierte Theaterwissenschaft und Philosophie an der Freien Universität Berlin und absolvierte anschließend ein Schauspielstudium an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch, das sie mit Diplom abschloss. Von 2022 bis 2024 war sie an den Theatern in Freiburg, Erlangen und Tübingen engagiert. Ihre literarischen Arbeiten wurden unter anderem in der erostepost Literaturzeitschrift, der Wortlaut – Zeitschrift für Literatur in Franken und einer Anthologie des Bezirks Schwaben veröffentlicht. 2024 wurde sie für den erostepost-Literaturpreis nominiert und erreichte beim 36. Fränkischen Preis für Junge Literatur den dritten Platz. 2023 erhielt sie den Erlanger Theaterpreis für ihre Eigenarbeit Das Neinhorn nach Marc-Uwe Kling._@_AMK